
Beim 4. internationalen Kongress „Treffpunkt Weltkirche“ in Würzburg kam es am Samstag, 19. März 2011 zu einer historischen Begegnung: Auf einer Podiumsdiskussion sprachen Kurt Kardinal Koch, Leiter des päpstlichen Einheitsrates und Metropolit Hilarion Alfejev, Außenamtsbeauftragter des Moskauer Patriarchates zur Thematik
Katholisch-orthodoxer Annäherungen 20 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer. Nachzeichnen der Entwicklung des gemeinsamen Dialoges und ekklesiologischer Probleme
Im ersten Statement erörterte zunächst Kardinal Koch die Entwicklung des katholisch-orthodoxen Dialoges, welcher entstanden ist, nachdem während der Amtszeit von Papst Paul VI. und dem Ökumenischen Patriarchen Athinagoras im Jahr 1965 das „Gift der Exkommunikation aus dem Organismus gezogen worden war.“ Darauf skizzierte der Kardinal die ersten beiden Dialogphasen, welche zwischen einer allgemeinen Konsolidierung und der Spannungsfrage des Uniatismus sich bewegten aber jedoch zwischenzeitlich zur Unterbrechung der Gespräche geführt hatten. Abschließend konzentrierte sich Kurt Koch auf ekklesiologische Probleme, legte die Schwierigkeiten zwischen Universalität und nationaler Prägung, sowie primatialer und synodaler Kirchenstrukturen dar und thematisierte Lösungsansätze für die Zukunft.
Auch Metropolit Hilarion ging in seinem Statement auf die Entwicklung des katholisch-orthodoxen Dialoges ein. Insbesondere das gemeinsame Dokument von Balamand 1993, welches den Uniatismus als Mittel der kirchlichen Einheit verurteilt, als auch zwei weitere Texte, welche sich mit dem Selbstverständnis der jeweiligen Kirche als wahre Kirche Christi auseinandersetzen, waren Gegenstand seiner Betrachtung. Im zweiten Teil seiner Rede schlug der Metropolit eine „strategische Allianz“ zwischen katholischer und orthodoxer Kirche vor, um gemeinsame traditionelle Werte zu verteidigen. Er hob dabei hervor, dass hier weder kirchliche noch theologische Dimensionen berührt würden, was eine unbefangene Zusammenarbeit ermögliche.
Was sich die beiden Kirchenvertreter für die Zukunft wünschen:
Als Ausblick in die Zukunft hofft Metropolit Hilarion auf eine breite Allianz all jener, die für traditionelle Werte und Normen eintreten [...] Kardinal Koch griff das Bild auf, welches die beiden Kirchen als zwei „Lungenflügel“ bezeichnet und wünschte sich, dass die nächsten Jahre vor allem durch intensive „gemeinsame Atemübungen“ geprägt werden sollen. [...] Vor allem das Gebet um die Einheit wichtiger denn je sei und verweist auf das Hohepriesterliche Gebet Jesu im Johannesevangelium, wo Jesus selbst den Vater um die Einheit aller bittet.
Quelle: http://cms2.katholisch-orthodoxe-freundschaft.de